New Moon Journaling: Was ist das und wie kannst du es sinnvoll in dein Bullet Journal integrieren

11.08.2026 | Journalen

Ich wollte eigentlich nur schnell nachschauen, was dieser eine Begriff bedeutet. Zwei Stunden später hatte ich elf Tabs offen, drei Videos halb geschaut und einen Kopf voller Rituale, No-Gos und Must-dos. Klarer war ich kein bisschen.

Kennst du das? Du schnappst ein Wort auf, denkst „klingt spannend“, und zack steckst du mitten im Recherchestrudel. Artikel hier, spirituelle Deutung da, dazwischen eine Checkliste, die dir erklärt, was du auf keinen Fall falsch machen darfst.

Irgendwann kam bei mir dieser Moment: Stopp ⛔.

Was ich gebraucht habe, war kein weiteres Ritual. Sondern eine Struktur, die mich Schritt für Schritt durch das Thema führt, damit ich überhaupt erkenne, was davon in mein Bullet Journal passt. Eine Art inneres Inhaltsverzeichnis für all die Begriffe.

Der Begriff, mit dem alles anfing, heißt New Moon Journaling. Was daraus wurde, war keine schnelle Antwort, sondern eine überraschend vielschichtige Reise zwischen Neugier, Skepsis, Ordnungsliebe und kreativem Spielraum. Genau davon erzähle ich dir hier: was ich herausgefunden habe, was ich hinterfragt habe und wie ich mir das Thema am Ende auf meine Art zugänglich gemacht habe.

Mondphasen im Überblick: Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Mond

Was bedeutet New Moon Journaling?

New Moon Journaling heißt erst mal nichts Kompliziertes: Du nutzt den Neumond als regelmäßigen Anlass, um kurz innezuhalten und ein paar Zeilen zu schreiben. Der Neumond ist die Phase, in der der Mond am Himmel unsichtbar ist, ein natürlicher Startpunkt, den es jeden Monat einmal gibt.

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob du dafür an Mondmagie glauben musst. Musst du nicht. Für mich hat sich nämlich schnell eine Sache herauskristallisiert:

Der Mond ist kein Organisationssystem. Er ist ein Beobachtungsinstrument und unterstützt deine eigene Wahrnehmung.

Der Neumond gibt dir also einfach einen wiederkehrenden Termin mit dir selbst. Ob du daraus etwas Spirituelles machst oder einen nüchternen Monatsrückblick, bleibt ganz dir überlassen.

Für die ersten Schritte brauchst du erstaunlich wenig. Ein Notizbuch, das du schon hast. Einen Stift. Mehr nicht. Du musst dir kein teures Zubehör kaufen, um anzufangen. Setz dich am nächsten Neumond zehn Minuten hin und beantworte drei Fragen: Was möchte ich loslassen? Was möchte ich einladen? Was nehme ich mir für die nächsten vier Wochen vor?

Das ist schon New Moon Journaling. Der Rest ist Ausbau.

Die Mondseiten in deinem Bullet Journal

Sobald du öfter schreibst, lohnt sich ein fester Platz dafür. Ich lege in meinem Bullet Journal sogenannte Mondseiten an, kleine wiederkehrende Layouts, die immer gleich aufgebaut sind. Das nimmt dir jedes Mal die Frage ab, wie du anfangen sollst.

Ein paar Spread-Ideen, die du sofort ausprobieren kannst:

  • 🌑 Die Neumond-Seite: oben das Datum, darunter zwei Spalten „Loslassen“ und „Einladen“, unten ein kleiner freier Bereich zum Kritzeln oder Kleben.
  • 🌓 Der Mondphasen-Tracker: eine schmale Leiste über den ganzen Monat, in der du für jeden Tag die Phase als kleinen ausgemalten Kreis einträgst. Sieht hübsch aus und du bekommst nebenbei ein Gefühl für den Rhythmus.
  • 🌗 Der Doppelseiten-Zyklus-Tracker: links die Mondphasen, rechts dein eigenes Energielevel von 1 bis 5 pro Tag. Nach zwei, drei Monaten siehst du vielleicht Muster. Vielleicht auch nicht. Beides ist ein Ergebnis.

Wenn du lieber mit einer festen Vorlage arbeitest, statt jedes Mal selbst zu zeichnen, kann ein fertiger Mond Planer* praktisch sein. So einer gibt dir die Struktur vor und du füllst nur noch aus. (*Werbung/Affiliate-Link)

Und weil ich es dir gern gleich mitgebe: Deine Mondseiten müssen nicht schön sein. Schiefe Kreise zählen genauso. Es geht ums Hinschauen, nicht um ein vorzeigbares Kunstwerk.

Moon Journaling im Bullet Journal: Mondphasen-Seiten mit Neumond, Halbmond und Vollmond

Mondphasen und Mantras

Neben dem Tracken mag ich an New Moon Journaling die kleinen Textimpulse. Zu jeder Mondphase kannst du dir ein kurzes Mantra notieren, einen Satz, der dich durch die nächsten Tage begleitet. Beim Neumond zum Beispiel: „Ich fange neu an.“ Beim Vollmond: „Ich lasse los, was voll genug war.“

Das klingt vielleicht ein bisschen kitschig, und ja, ist es auch. Aber ein Satz, den du selbst aufschreibst, bleibt anders hängen als einer, den du nur liest.

So eine Mantra-Seite ist schnell gemacht: ein Wort oder ein Satz groß in die Mitte, drumherum viel Platz. Fertig. Und wenn dir ein einzelner Satz zu wenig ist, lass die Gedanken einfach laufen und schreib drauflos, was die Phase in dir auslöst.

Wenn du magst, kannst du die Impulse in eine kleine Routine einbauen. Morgens eine Frage: Worauf freue ich mich heute? Abends eine Frage: Was hat mir heute gutgetan? Zwei, drei Minuten, mehr braucht es nicht. Und kein schlechtes Gewissen, wenn du einen Tag auslässt.

Neugierig, was der Mond dich fragt?

Als kleinen Anfang habe ich 5 Fragen, die der Mond dir stellt zusammengestellt, je einen Schreibimpuls pro Mondphase. Melde dich jetzt zu meiner kleinen E-Mail-Serie an, in der es um natürliche Zyklen und äußere Rhythmen geht, die dir helfen, genauer hinzuschauen: auf deinen eigenen Antrieb, deine Energie und das, was sich mit der Zeit in dir verändert.

Schick mir die 5 Fragen

Ein ehrliches Wort noch: Journaling tut gut, wenn du Gedanken sortieren oder Gefühle verarbeiten möchtest. Es ist liebevolle Selbstfürsorge, aber kein Ersatz für Therapie. Wenn dich etwas wirklich schwer belastet, hol dir bitte echte Unterstützung. Das ist keine Schwäche, sondern klug.

Jahreszyklen und Naturwissen

Wenn du ein paar Monate dabei bleibst, wird aus einzelnen Seiten irgendwann ein größeres Bild. Es gibt in einem Jahr rund dreizehn Neumonde, und jeder fällt in eine andere Jahreszeit. Der Neumond im Januar fühlt sich anders an als der im Hochsommer, allein schon, weil draußen alles anders aussieht.

Genau hier finde ich New Moon Journaling am schönsten: Du verbindest deine Notizen mit dem, was du draußen beobachtest. Eine Seite pro Jahreszeit, auf der du festhältst, was gerade blüht, wie lang die Tage sind, wie sich dein eigener Antrieb verändert. So wird der Mond zum Anlass, überhaupt genauer hinzuschauen.

Wer den Überblick übers ganze Jahr mag, für den kann ein Mond Kalender* eine nette Ergänzung sein, um Phasen und Termine im Blick zu behalten, ohne selbst rechnen zu müssen. (*Werbung/Affiliate-Link)

Astrologische und spirituelle Beobachtungen

Jetzt der Teil, bei dem ich am meisten geschwankt habe. Rund um den Mond gibt es eine ganze Welt aus Astrologie, Mondzeichen und spirituellen Deutungen. Manches davon fand ich spannend, manches war mir schlicht zu viel.

Meine Lösung: Ich behandle diese Ebene als Beobachtung, nicht als Regel. Ich schreibe zum Beispiel auf, in welchem Sternzeichen der Neumond gerade steht, und daneben, wie es mir tatsächlich geht. Ob da ein Zusammenhang ist, entscheide nicht ich vorab, sondern meine eigenen Notizen über die Zeit.

Wenn dich die spirituelle Seite neugierig macht, kann ein Buch wie Moon & Magic* ein netter Einstieg sein, um die Ideen dahinter überhaupt erst kennenzulernen. Nimm dir raus, was für dich passt, und lass den Rest liegen. (*Werbung/Affiliate-Link)

Du musst nichts davon glauben, damit dein Journal funktioniert. Und du darfst neugierig sein, ohne gleich alles zu übernehmen. Genau dieser Spielraum hat mir das Thema am Ende zugänglich gemacht.

Fazit: meine persönliche Entscheidung

Am Ende meiner kleinen Recherchereise stand keine große Erleuchtung, sondern eine ruhige Entscheidung. Ich nutze den Neumond als festen Termin mit mir selbst, ich tracke die Phasen, weil es mir Freude macht, und die spirituelle Ebene nehme ich als Beobachtung mit, ohne mich daran festzuhalten.

Denn eine Sache ist für mich klar geblieben: Der Mond ist kein Organisationssystem. Er ist ein Beobachtungsinstrument, das deine eigene Wahrnehmung unterstützt. Mehr muss New Moon Journaling gar nicht sein.

Also mein Vorschlag an dich: Warte nicht auf den perfekten Moment oder das perfekte Notizbuch. Nimm dir am nächsten Neumond zehn Minuten, schreib drei Zeilen und schau, wie sich das anfühlt. Fang einfach an. Schön werden kann es später.

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New Moon Journaling Material

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Maren

aus der Bastelfarbstube

Ich bin ein kreativer Kopf, ein Scannerpersönlichkeit, schmeiße einen Männerhaushalt und habe nebenher einen sozialen Beruf. Als Ausgleich hilft mir all das, was mit Journalen und Upcycling zu tun hat.